Kürzlich habe ich mit einer Gruppe von ehemaligen Mitschülern aus der High School gesprochen und festgestellt, dass die Lebensvariationen meiner Highschool-Kameraden tatsächlich viel größer sind als die meiner Universitätsfreunde. Die Universität ist eher wie eine Schicht nach einer Auswahl, während die High School die eigentlichen Rohdaten darstellt. Ich habe die Hälfte meiner Zeit in einer naturwissenschaftlichen Experimentalgruppe und die andere Hälfte in einer geisteswissenschaftlichen Klasse verbracht. Wenn ich jetzt zurückblicke, sind die Lebenswege der beiden Gruppen fast zwei völlig unterschiedliche Verteilungen. In der naturwissenschaftlichen Experimentalgruppe haben sich die stillen Überflieger, die damals unauffällig waren, am stabilsten und besten entwickelt. Sie haben bis zum PhD studiert und sind jetzt größtenteils als Lehrer an Hochschulen oder in großen Unternehmen im Bereich AI tätig. Diejenigen, die damals besonders aktiv und scheinbar sehr klug waren, haben sich hingegen auf sehr unterschiedliche Wege begeben. In der geisteswissenschaftlichen Klasse ist es fast umgekehrt. Viele derjenigen, die damals gute Noten hatten, sind jetzt eher ruhig; aber die, die damals am aktivsten waren, die am besten mit Menschen umgehen konnten und starke soziale Fähigkeiten hatten, haben sich in den großen Städten gut entwickelt. In der High School haben wir tatsächlich mit demselben Maßstab zwei völlig unterschiedliche Fähigkeiten gemessen. Das Ziel der Naturwissenschaften ist der Wettbewerb zwischen Mensch und Problem, wobei die Problemlösungsfähigkeiten belohnt werden; das Ziel der Geisteswissenschaften ist der Wettbewerb zwischen Menschen, wobei soziale Fähigkeiten belohnt werden. Daher sind viele Unterschiede nicht darauf zurückzuführen, wer besser ist, sondern darauf, dass die Bewertungssysteme der beiden Bereiche unterschiedlich sind. Das Leben ist ein sehr langer Marathon. Wirklich wichtig ist nicht, früh auf einer geraden Strecke zu gewinnen, sondern einen Weg zu finden, der zu der eigenen Fähigkeit passt, und diesen konsequent zu verfolgen.