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Bäume setzen unsichtbare Chemikalien in die Luft frei, um sich vor Schädlingen und Krankheiten zu schützen. Es stellt sich heraus, dass diese Chemikalien auch die Krebsbekämpfungszellen Ihres Körpers aktivieren.
Sie werden natürliche Killerzellen genannt. Sie sind eine Art von weißen Blutkörperchen, die Ihr Blut auf der Suche nach Krebszellen und virusinfizierten Zellen patrouillieren. Wenn sie eine finden, schlagen sie ein Loch durch die äußere Wand und injizieren Proteine, die die Zelle dazu zwingen, sich von innen heraus selbst zu zerstören. Sie werden mit ihnen geboren. Im Gegensatz zu den meisten Teilen Ihres Immunsystems müssen sie nicht zuerst auf eine spezifische Bedrohung "trainiert" werden. Sie greifen einfach alles an, was falsch aussieht.
Die 50%-Zahl in diesem Tweet stammt von Dr. Qing Li von der Nippon Medical School in Tokio, der seit 2004 die Auswirkungen von Wäldern auf den menschlichen Körper untersucht. Seine ursprüngliche Studie von 2007 nahm 12 Männer mit auf einen 3-tägigen, 2-nächtigen Waldtrip, bei dem sie zwei Stunden am Tag wanderten. Blutuntersuchungen zeigten, dass 11 von 12 danach ungefähr 50% mehr Aktivität der krebsbekämpfenden Zellen hatten. Eine Nachuntersuchung mit 13 Krankenschwestern ergab dasselbe. Aber der Teil, den der Tweet auslässt: der Anstieg verschwand nicht, als sie nach Hause gingen. Er hielt in beiden Gruppen über 7 Tage an, und bei den Männern war er 30 Tage später immer noch im Blut nachweisbar. Lis Fazit ist, dass ein Waldtrip pro Monat diese Zellen das ganze Jahr über auf einem höheren Niveau halten könnte.
Die offensichtliche nächste Frage ist, ob es der Wald selbst oder nur der Urlaub ist. Li testete dies direkt. Eine separate Gruppe machte einen Stadtbesuch mit der gleichen Menge an Bewegung. Kein Anstieg der Killerzellen. Kein Rückgang des Stresshormons. Null Effekt. Dann führte er einen noch kontrollierteren Test durch: 12 Männer übernachteten in einem normalen Hotelzimmer in Tokio, während ein Luftbefeuchter Baumöl (von japanischer Zypresse) in die Luft pumpte. Ihre Killerzellen stiegen immer noch an. Ihre Stresshormone sanken weiterhin. Das isoliert die Ursache auf diese Baumchemikalien, die Phytonzide genannt werden. Kiefern-, Zedern- und Zypressenbäume setzen die meisten frei. Diese Chemikalien wurden in der Waldluft gefunden, waren aber in der Stadtluft nahezu abwesend. Eine Laborstudie aus dem Jahr 2021 zeigte, dass eine dieser Baumchemikalien direkt die Killerzellen aktiviert und das Wachstum von Dickdarmtumoren bei Mäusen verlangsamt.
Das größere Bild verbindet diese Zellen direkt mit dem Krebsrisiko. Eine 11-jährige Studie, die in The Lancet (einer der weltweit führenden medizinischen Fachzeitschriften) veröffentlicht wurde, verfolgte 3.625 Japaner und stellte fest, dass diejenigen mit schwächeren natürlichen Killerzellen signifikant höhere Krebsraten entwickelten. Eine separate Studie, die auf Dickdarmkrebs screente, fand heraus, dass Menschen mit niedrigen Killerzellwerten 7-mal wahrscheinlicher diagnostiziert wurden. Lis eigene Forschung in allen 47 Regionen Japans zeigte, dass Gebiete mit weniger Wald höhere Krebssterberaten bei Lungen-, Brust-, Gebärmutter-, Prostata-, Nieren- und Dickdarmkrebs aufwiesen, selbst nachdem Unterschiede in den Raucherquoten und dem Wohlstand berücksichtigt wurden.
Die Vorbehalte: Lis ursprüngliche Studien verwendeten kleine Gruppen (12 und 13 Personen), und die regionalen Daten zeigen ein Muster, beweisen jedoch nicht direkt, dass Wälder Krebs verhindern. Bislang hat keine großangelegte klinische Studie dies bestätigt. Aber die Kette ist konsistent: Bäume setzen Chemikalien frei, diese Chemikalien wecken die Zellen in Ihrem Blut, die Krebs abtöten, der Effekt hält Wochen, nicht Stunden, und Menschen mit aktiveren Killerzellen bekommen seltener Krebs.
Japan hat jetzt 65 staatlich zertifizierte Waldtherapie-Stätten im ganzen Land, die alle getestet und genehmigt wurden, basierend auf den physischen Auswirkungen, die sie auf die Besucher haben.

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